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  Artgerechte Haltung
 

Farbratten (Rattus norvegicus domesticus)

 Ratten als Heimtiere erfreuen sich bei uns immer größerer Beliebtheit, wohl auch deshalb, weil man allen Gerüchten zum Trotz fest stellen kann, dass es sehr liebe, verschmuste und vor allen Dingen kluge Tiere sind. Farbratten stammen von der Wanderratte ab. Diese waren ursprünglich in Zentralasien und Nordchina beheimatet und breiteten sich als Kulturfolger des Menschen in der ganzen Welt aus. Wanderratten lebten ursprünglich in Höhlen an Flußufern, was ihre Vorliebe für Kanäle erklärt. Auch unsere Farbratten sind meist noch gute Schwimmer, aber nicht alle Ratten schwimmen gern. Im Sommer darf aber gern mal eine flache und große Wasserwanne angeboten werden, manche Ratten nutzen diese zum Schwimmen oder um Gemüseleckerchen daraus zu fischen.

Farbratten haben eine Körpergröße von etwa 22 -26 cm und eine Schwanzlänge von 18 - 22 cm. Sie werden bei guter Pflege 1,5 - 2,5 Jahre alt, selten auch älter. Das durchschnittliche Körpergewicht für Weibchen liegt zwischen 200 und 400 g, für Böcke zwischen 250 und 500 g. Sie sind mittlerweile in vielen Farben, von agouti (wildfarbend braun), über weiß, schwarz, beige, grau, gescheckt und in vielen Rassen erhältlich.

 

Nie allen
Farbratten sind sehr gesellige Tiere und sollten niemals einzeln gehalten werden. Idealerweise werden gleichgeschlechtliche Geschwistertiere aus einem Wurf zusammen gehalten. Farbratteweibchen vertragen sich auch in großen Gruppen sehr gut. Manche Böcke werden leider nach der Geschlechtsreife gegenüber Artgenossen unverträglich, manchmal klappt hier die Haltung in Zweiergruppen. Werden die Farbrattemännchen kastriert, können sie auch in großen Gruppen und auch in gemischten Gruppen mit Weibchen zusammen leben. Von der Paarhaltung wird dringend abgeraten. Weibchen werden alle 4- 5 Tage hitzig, nach einer Trächtigkeitsdauer von etwa 21 - 23 Tagen bekommen sie dann zwischen 8 - 14 Junge und nach weiteren 21 - 25 Tagen können sie erneut werfen. So kann ein Paar Farbratten innerhalb eines Jahres über 140 Nachkommen erzeugen.

Die Ratte als Heimtier

Farbratten eignen sich nicht als Spielgefährten für sehr kleine Kinder. Sie sind sehr empfindlich und könnten durch Kinder leicht verletzt werden. Farbratten sind ideale Hausgenossen für Kinder ab 10 Jahren, sowie erwachsene und berufstätige Menschen. Wenn man sich intensiv um die Tiere kümmertm werden fast alle Farbratten handzahm und spielen sogar gern mit ihren Menschen. Sie sind sehr neugierig und können immer wieder zu neuen Spielen angeregt werden.

 

Umgangsregeln
Farbratten dürfen nicht zum Spielen geweckt werden, dann könnten sie zubeißen und mit starkem Stress reagieren. Ihre Umgebung sollte möglichst ruhig sein, laute Fernseher oder Stereoanlagen gehören nicht in ihre Nähe. Raumdüfte und Zigarettenduft können Farbratten krank machen. Neue Farbratten werden vorsichtig gezähmt, den Tieren werden Leckerchen von Hand gereicht, damit sie die Hand langsam kennen lernen können. Wenn sie die Hand kennen, werden sie drauf krabbeln, dann können sie langsam an das Hoch nehmen gewöhnt werden. Zum Tragen werden sie mit einer Hand um die Brust gefasst, die andere Hand stützt das Hinterteil. Manche Ratten bleiben auch gern auf der Schulter sitzen und lassen sich so durch die Wohnung tragen Für längere Strecken und auch außerhalb der Wohnung werden Ratten grundsätzlich nur in einer entsprechenden Box transportiert. Auch wenn die Ratten gern auf der Schulter sitzen und nicht von sich aus herunter springen - außerhalb der Wohnung können die Tiere durchaus von einem hupenden Auto erschreckt werden und dann von der Schulter fallen, sich dabei verletzen oder sogar abhanden kommen, wenn das Tier panisch weg rennt um Schutz zu suchen! Farbratten dürfen niemals an der Schwanzspitze hoch genommen werden, das tut den Tieren sehr weh.

Rattewohnungen
Ein gut belüfteter Käfig, eine Voliere oder Eigenbau mit einer Bodenfläche von 0,5 m² und einer Höhe von mindestens 100 cm eignet sich für 2 - 3 Farbratten. Gitter von Käfigen oder Aquarienabdeckungen sollten einen Höchstgitterabstand von 1,2 cm bei erwachsenen Tieren nicht überschreiten. Mehrere Etagen im Abstand von etwa 25 - 30 cm erweitern die Grundfläche und sind wichtig, damit die Ratten nicht zu tief fallen können. Diese Etagen können aus Plastik oder ungiftig lackiertem Holz bestehen. Aquarien und Terrarien eignen sich wegen ihrer schlechten Belüftung nicht für Farbratten. Farbratten urinieren sehr viel und produzieren viel Ammoniak, welches sich am Boden der Behausung sammelt und bei den Tieren zu Atemwegsproblemen führen kann. Die Einstreuhöhe sollte mindestens 10 cm betragen. Verwendet wird dafür normale Holzeinstreu oder Hanfstreu. Katzenstreu darf auf keinen Fall verwendet werden. Einmal in der Woche wird das Gehege gründlich gereinigt, die Pinkelecken werden täglich gesäubert. Kot und Urin wird regelmäßig von den Etagen entfernt. Während der Grundreinigung bleiben die Farbratten zusammen in der Transportbox oder im Auslauf.

Das Gehege wird mit verschiedenen Holzbrücken, großen Häusern, Rampen, Korktunneln und Wurzeln eingerichtet. Pappröhren, Äste und unbedruckte Kartons werden zum benagen angeboten. Schwere Häuser und Einrichtungsgegenstände gehören auf den Boden oder müssen auf den Etagen gesichert werden, damit sie nicht herunter fallen. Plastiktunnel mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm können gern angeboten werden. Hängematten aus Stoffresten oder Jeanshosenbeinen sind auch beliebt. Als zusätzliches Nistmaterial sollten auch Papier, Blätter und Taschentücher angeboten werden.
Freier Auslauf in der Wohnung ist für Farbratten gefährlich. Trotzdem müssen Ratten regelmäßig Auslauf bekommen. Alle Kabel und giftige Zimmerpflanzen müssen vorab entfernt werden, Fenster dürfen nicht auf Kipp stehen. Ratten nagen so ziemlich alles an, was sie erreichen können, deshalb kann es auch sinnvoll sein, ihnen nur auf einem eingezäunten Bereich Auslauf zu geben.

 

Der Rattespeiseplan
Im Zoofachhandel sind Trockenfuttermischungen für Farbratten zu bekommen. Die Trockenfuttermischung sollte aus Kleinsämereien (Hirse, Grassamen, Kräutersamen), Getreide (Mais, Gerste, Hafer, Roggen, Weizen) und Trockengemüse (Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel) bestehen. Zusätzlich werden auch Trockenkräuter (Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe etc.) und Blüten (Ringelblumenblüten, Sonnenblumenblüten, Gänseblümchen) angeboten. Ein Teil des Trockenfutters wird im Käfig verteilt und versteckt. Nüsse/Kerne,Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Kürbiskerne, Erbsenflocken und Johannisbrot können als Leckerchen in kleinen Mengen von Hand verfüttert oder auch in das Futter gemischt werden.

Farbratten sind keine reinen Vegetarier, sie benötigen tierisches Eiweiß um gesund zu bleiben. Es reicht aus, 3 - 4 x die Woche tierische Nahrung zu geben. Geeignet sind: Mehlwürmer, ebenso Heimchen und Grillen sowie Magerquark und Magermilchjoghurt.
Zweimal täglich werden verschiedene Gemüsesorten (Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, Mais, Salat) angeboten. Auch Obst (Äpfel, Beeren, Birnen) dürfen auch verfüttet werden. Frisches Gras, Wiesenkräuter wie Löwenzahn, Girsch, Schafgarbe und Spitzewegerich und Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum, Dill und andere gehören ebenfalls auf den Rattespeiseplan.
Nagerstangen, Joghurtdrops und andere zucker- und fetthaltige Nahrungsmittel sollten nur in geringen Mengen verfüttert werden, sie führen sonst zu Übergewicht. Gesundes Beschäftigungsfutter sind Kolbenhirse, harte Hundekuchen und trockene Brotstücke.
Ratten müssen jederzeit Zugang zu einem Wassernapf oder einer Tränke haben. Das Wasser wird täglich sauber angeboten.

Gesundheitscheck
Farbratten zeigen Krankheiten recht spät an, deshalb sollten die Tiere immer gut beobachtet werden um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Fällt eine Veränderung auf, ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen. Folgendes wird täglich kontrolliert:
• Kommen alle Ratten zum Fressnapf, suchen sie ihr Futter und fressen sie normale Futtermengen?
• Sind sie munter, neugierig und an ihrer Umgebung interessiert, klettern, spielen und laufen sie normal?
• Verhalten sich die Tiere normal gegenüber den Artgenossen und dem Halter?
• Putzen sie sich gründlich? Ist ihr Fell sauber, dicht und glatt?
• Sind die Augen klar und nicht verklebt?
• Ist der After sauber? Haben die Köttel die übliche Größe, Form und Festigkeit?

Anschaffung

• Ratgeber zum Thema Rattenhaltung
• Käfig oder Voliere
• Einstreu
• Rattetrockenfutter, Leckerchen wie Nüsse, Trockengemüse und Kräuter
• Schlafhäuschen
• Futternäpfe und Wassernäpfe/Tränken
• Käfigeinrichtung wie Korkrinden, Holzröhren, Weidenbrücken
• Plastikröhren aus dem Baumarkt
• Etagen für den Käfig

Farbratten eignen sich nicht als Spielgefährten für sehr kleine Kinder. Sie sind sehr empfindlich und könnten durch Kinderleicht verletzt werden. Farbratten sind ideale Hausgenossen für Kinder ab 10 Jahren, sowie Erwachsene und berufstätige. Wenn man sich intensiv um die Tiere kümmert, werden fast alle Ratten handzahm, und spielen sogar gerne mit Ihren Leuten. Sie sind sehr neugierig und können immer wieder zu neuen Spielen angeregt werden.

 
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